Blackout-Friday für Versandapotheken

Blackout-Friday Versandapotheken

Blackout-Friday für Versandapotheken auf Amazon

Der gestrige Black-Friday, am 24.11.2017, war für Amazon ein guter Tag. Über 100 Milliarden (eine 1 mit 11 (!) Nullen), setzte der Logistikgigant an nur einem Tag um.

Auch für alle Händler und Hersteller, welche ihre Waren über Amazon feilbieten, war es ein sehr auskömmlicher Tag. Für alle Händler…? – Nein, eine Brache erlebte am gestrigen Tag ihren GAU und wurde mit einem fast vollständigen Blackout gesegnet, namentlich die Versandapotheken, welche ihre OTC-Artikel über den sog. Marketplace anbieten.

Demnach ist es auch nicht verwunderlich, dass bei allen teilnehmenden Versandapotheken über den ganzen Tag Chaos und Panik regierte!

Starrheit und Bequemlichkeit sind die Ursache für die Panik

Ich kann mich noch gut entsinnen, wie die Gespräche verlaufen sind, welche aufkamen, als die Übernahme der Shopapotheke von Amazon auf dem Infoportal Adhoc angekündigt wurde. Es fielen Sätze wie z.B. „Alles nur heiße Luft“, „PR-Aktion von Adhoc“, „die Kunden bleiben uns trotzalledem treu“ etc. etc..

Denke ich an den Beginn meiner Selbstständigkeit zurück, fällt mir hierzu spontan eine Branche ein, welche wirklich haargenau die gleichen Argumente hervorbrachte, wie ich sie vor einigen Wochen zu hören bekam, die Buchhändlerbranche…

Das alles nur heiße Luft war, sieht man ja aktuell an der enormen Dichte von vor allem kleinen Buchhandlungen in unseren deutschen Innenstädten…

Meinem Erachten nach liegt der Fehler im System, dass durch den Ausfall alleine nackte Panik ausbrach, was maximal ein großes Ärgernis hätte sein dürfen. Natürlich ist Amazon für Händler, vor allem im Prime-Bereich, toll. Da kommt ein Logistiker und sagt: „Hey, du hast tolle Produkte! – Wir vermarkten diese für dich, versenden die Ware zu deinen Kunden und kümmern uns um das komplette Zahlungs- & Rechnungswesen.“

An für sich eine tolle Sache, problematisch wird`s nur, wenn aus Bequemlichkeit ein totales Abhängigkeitsgefüge wird. Zwar gibt es mittlerweile Meldungen, dass es sich um ein technisches Problem handelte, so dass man aufatmen könnte, wäre da nicht noch eine E-Mail laut Apotheke Adhoc, welche sinngemäß besagt: Bitte die OTC-Artikel aus strategischen Gründen entfernen.

Ich glaube es ist primär ein deutsches Phänomen extrem starr und unflexibel zu sein und auf biegen und brechen an bestehenden Strukturen festzuhalten. Ich bin, gemessen an meinen Umsätzen, zwar nur wirklich ein Staubkorn im Vergleich zu Versandapotheken, aber ich habe stets einen Plan B und oftmals auch C, im Bezug zu meiner operativen Ausrichtung. Sprich 3 Standbeine, wie es beim Manne auch biologisch der Fall ist. 😉

EU-Nachbarn sind uns WEIT voraus!

Gar hämisch fallen die Blicke aus, wenn man auf die niedergelassenen Apotheken blickt. Mehr als 30 Jahre Starre im Markt haben zu einer regelrechten Versteinerung auf dem niedergelassenen Apothekermarkt geführt. Anstelle sein Kundenklientel im Wirkungskreis nach sozialem Stand, Alter und Bedürfnissen zu analysieren, dass Portfolio entsprechend auszurichten, sich untereinender zusammen zu schießen, um bessere Einkaufskonditionen beim Pharmagroßhandel zu erzielen und ein breiteres Portfolio vorzuhalten, auch im Netz gut erreichbar zu sein und vll. noch mit den Herstellern verhandeln und was ganz Verrücktes zu machen, wie z.B. Eigenmarken anzufertigen, welche es ausschließlich in „meiner Apotheke“ gibt, wird sich untereinander Konkurrenz mit Preiskämpfen gemacht und in Lethargie verfallen.

Bei den Versandapotheken, welche sich „schon auf den Logistikgiganten verlassen“, drohende Gefahren in typisch deutscher Art ignorieren, um ja nicht seine Wohlfühlzone verlassen zu müssen, ist es das Gleiche in Grün. Irgendwer wird´s schon richten, aber bitte ich nicht selbst. Es ist im Prinzip das Gleiche wie in der lokalen Nahversorgung durch die niedergelassenen Kollegen, nur mit anderen Variablen.

Bei unseren Nachbarn in der EU ist es nichts anderes und die entsprechenden Händler sind mit exakt den gleichen Problemen konfrontiert. Die Dänen z.B. haben jedoch, anstelle den Kopf in den Sand zu stecken, sich alle zusammengerauft, sind über ihre Schatten gesprungen und haben einen Plan-B geschmiedet! https://www.nordschleswiger.dk/de/daenemark-wirtschaft/daenische-haendler-ruesten-sich-gegen-amazon

Kurzum, es wurden alle Synergien gebündelt und eine eigene, kooperative Plattform gegründet namens Wupti. – https://www.wupti.com/

Im Vergleich hierzu ist die deutsche Reaktion bei den niedergelassenen Apotheken, im Prinzip allen Händlern und auch Versandapotheken identisch, die bösen Kunden werden verächtlich gemacht und „gebasht“, wie es auch einst bei den kleinen Buchhändlern der Fall war. Und wie gut das „Kundenbashing“ funktionierte, sieht man, wie bereits erwähnt, an der Omnipräsenz dieser Branche in deutschen Innenstädten.

Auch ich bin einer dieser bösen Kunden und dies vollkommen bewusst und mit Absicht! – Warum?

Wir leben in schnelllebigen Zeiten, wo das höchste und rare Gut der Faktor Zeit ist. Dieser Anspruch wird auch an mich selbst gestellt und hierbei keinerlei Rücksicht genommen. Diesen Anspruch stelle ich auch an meine gewerblichen und „privaten“Lieferanten. Wenn ich bei einer Versandhandelsapotheke online einkaufe oder in eine niedergelassene Apotheke gehe, möchte ich nicht nur mit einem Teilsortiment meines Bestellwunsches beglückt werden und lange auf meine Ware warten oder später noch einmal wieder kommen. Ich möchte alles und dies jetzt, um keine unnötige Zeit in meiner kurzen Lebensdauer auf diesem Erdenrund verlieren zu müssen.

Amazon oder z.B. DocMorris sind innovativ, kunden- & serviceorientiert und suchen Lösungen um meine Bedürfnisse optimal zu decken und befriedigen und sind in Deutschland vor allem eins: ALTERNATIVLOS!

Das einem meine Ansicht diesbezüglich missfällt, tangiert mich ganz ehrlich gesagt nicht wirklich. Wenn ich als verantwortungsbewusster und selbstdenkender Mensch eine Packung Aspirin + X möchte, dann will ich am besten alles direkt einfach haben und das bequem und schnell und keine Beratung in Anspruch nehmen, welche ich eh fast nirgends bekomme oder will. Ich und die Mehrheit der hier lebenden Menschen brauchen und wollen sowas nicht. Dafür darf man auch gerne jammern und mich ausschimpfen, aber dies ist meine ganz persönliche Meinung hierzu, Punkt.

Wer meint, dass in unseren heutigen Zeiten das Fax immernoch das Kommunikationsmittel seiner Wahl ist, wofür man uns übrigens im Ausland auslacht(!), dem ist wirklich nicht mehr zu helfen und darf sich dann auch nicht wundern, wenn die Umsätze wegbrechen und step by step die Geschäftsaufgabe durch den eigenen Starrsinn eingeleitet wird.

Wer jedoch in die Zukunft schauen möchte, neue Konzepte oder einen Plan B etablieren möchte, den können meine Mitarbeiter und ich optimal hierbei unterstützen, diesen Weg gemeinsam zu gehen.

Wir können wirklich alles anbieten, angefangen von einem kleinen Onlineshop bis zur Etablierung von großen Firmennetzwerken und neuen Vermarkungskonzepten.

Freilich bin ich nicht Mister „ichbinsotollundkannallesperfekt“, aber ich habe gelernt mit meinen kleinen und mittelständigen Marktbegleitern innerhalb eines kooperativen Netzwerks professionell zusammen zu arbeiten, anstelle gegen sie. Vll. auch ein zukunftsfähiges Konzept für Dein Hause lieber Leser, unsere europäischen Nachbarn machen es bereits erfolgreich vor. Man muss somit das Rad nicht neu erfinden, sondern lediglich abgucken, wie es richtig gemacht wird (siehe Wupti).

Solltest du nun auch über deinen Schatten springen wollen und neue Wege gehen, kannst du dich gerne bei uns melden, ein großes, kooperatives Netzwerk steht zum Support jederzeit bereit.

Mit freundlichen Grüßen

Marc-Andre Schneider