Der Permanentspion am Mann

Augen auf
Audiospionage via Handy mittels Audiotracking

Die Geheimdienste vergangener Diktaturen in unserem Land würden vor Neid erblassen, wenn sie wüssten welch ungeahnte Überwachungs- & Spionagemethoden über die moderne Unterhaltungselektronik heute möglich sind und proaktiv angewendet werden.

Jüngst vergangene „Skandälchen“ über Smart-TVs sind mittlerweile allgegenwertig bekannt, so dass der um seine Daten besorgte Bürger weiß, dass es weniger gut ist Sprachsteuerungsbefehle für seinen TV zu nutzen, da diese dazu geneigt sind aus Versehen ganze Gespräche zu erfassen und zu speichern.

Was weniger bekannt ist, dass auch Mobilfunkgeräte hierzu im Stande sind und der Überwachung Tür und Tor geöffnet ist. Das Video-Tutorial zum Thema „Google und die Privatsphäre“, welches in unserer Tutorialsektion betrachtet werden kann, gibt Aufschluss, was alleine Google speichert und wie man diese Datensammelwut bändigen kann.

 

Audiotracking via Handy-Apps

Handy-Apps in Kombination mit dem TV mutieren hingegen zum Meisterspion. Dank ultrahochfrequenter Töne, welche unser Gehör nicht wahrnimmt, kann die Werbeindustrie sogar herausfinden, welchen Sender ihr gerade schaut und welche Werbespots (aus Interesse) komplett von euch angesehen werden.
Den Meisterspion holt man sich hierbei zumeist über Gratis-Apps via App-Store an Board seines Mobilfunkgeräts. Man muss sich hierbei von dem Gedanken frei machen es gäbe irgendetwas gratis, denn es ist nur vermeintlich gratis, entweder es gibt bezahlpflichte Zusatz- und Erweiterungsfunktionen oder die „Gratis-App“ ist werbefinanziert oder beides. Ist die App werbefinanziert, ist dem Werbenden nicht nur daran gelegen neue Kunden zu gewinnen, sondern auch so viele Informationen wie möglich zu sammeln, welches Kundenklientel die werbefinanzierte App nutzt, um Marktforschungsdaten zu sammeln, damit die Marketingabteilung des Werbers ihre Werbekampagnen optimieren kann.
Cool für den Werber wäre es natürlich die Kunden direkt zu befragen, um herauszufinden, was diese begehren. Dies will natürlich niemand, so dass man auf anderem Wege herausfinden muss, was sich die potentiellen Kunden wünschen. Das Abhören dieser Kunden wäre daher ein Segen und wird daher auch gemacht.
Anmerkung: Auch entgeltpflichtige Apps bemächtigen sich jener grenzwertigen Marktforschungspraktiken, die Häufigkeit bei diesen ist jedoch geringer.

 

Abhören via Apps mittels akustischem Cookie

Apps, welche den Kunden belauschen sollen, greifen hierbei auf das im Mobiltelefon permanent aktivierte Mikrofon (um Gespräche zu führen) zu und aktivieren sich, sobald der für uns nicht wahrnehmbare Signalton aus dem TV gesendet wird. Da jede Werbeeinblendung individuelle Signale nutzt, kann man genau herausfinden wann welcher Werbespot auf welchem Kanal geschaut wurde. Diese Erhebung verläuft nach Angaben der Marktforschungs- & Werbeindustrie anonymisiert und datenschutzkonform. Das Problem hierbei ist jedoch, dass man als betroffener Nutzer nicht prüfen kann, welche Daten genau erfasst und übermittelt werden. Jüngste Datenschutzskandale in jener Branche haben zudem das Vertrauen zutiefst erschüttert, so dass die Ungewissheit im Raum steht!

 

So kann man den Wanzen den Garaus machen (Android-OS):

Um zu überprüfen, ob man bereits Meisterspione auf seinem Mobiltelefon hat, können Nutzer über Einstellungen->Anwendungen->Anwendungsmanager->Apps prüfen, welche Anwendungen auf das Mikrofon (Kamera sollte auch beachtet werden!) zugreifen. Die Bildstrecke stellt den Verlauf visuell dar, klicken Sie hierzu die entsprechenden Grafiken einfach an:

Skeptisch sollte man vor allem bei Anwendungen sein, welche für ihre Nutzung gar kein Mikrofon/Kamera offensichtlich benötigen. Die Schieberegler, welche durch Klick auf die jeweilige App sichtbar werden, verraten die Spione. Durch Betätigung der Schieberegler kann man der jeweiligen App die erforderlichen Rechte zuweisen oder deaktivieren (blau = an / grau = aus). Die Funktion löschen kann man hingegen aktuell noch nicht, nur deaktivieren. Doch Vorsicht(!) der Rechteentzug auf z.B. das Mikrofon oder die Kamera kann die ordnungsgemäße Funktion der jeweiligen App einschränken oder im Worst Case sogar unbrauchbar machen, zur Info.

Derzeit gestaltet sich somit die Bändigung der Spionageapps noch aufwendig, es sind aber bereits Apps in der Entwicklung, welche dieses Prozedere stark vereinfachen sollen: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-20925-2016-12-08.html

 

Sobald diese am Markt verfügbar sind und von uns getestet wurden, geben wir dies selbstverständlich umgehend bekannt.

 

Wir danken für eure Aufmerksamkeit